Kaum ein Produkt ist so vielfältig wie das Handtuchpapier. Entgegen dem Namen kann es nicht nur zum Abtrocknen der Hände nach dem Wachen verwendet werden. Stattdessen deckt es auch viele andere Anwendungsgebiete ab: Getränke und andere Flüssigkeiten wurden verschüttet und müssen beseitigt werden. Saugstarke Tücher sind das A und O für eine hygienische Beseitigung. Dabei ist es besser, jedes Mal ein neues zu verwenden, statt jedes Mal denselben Lappen. Das würde Keime begünstigen. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass das Tuch direkt im Müll landen muss. Nur in welchem? Macht das verwendete Material einen Unterschied? Und welchen Einfluss hat die aufgewischte Substanz darauf? Wie Sie Papierhandtücher richtig entsorgen, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.
Materialien für Papierhandtücher
Papier ist eines der wichtigsten Produkte des täglichen Bedarfs und der Hygiene. Dabei spielt es zudem eine nicht zu unterschätzende Rolle hinsichtlich des Umweltschutzes. Innovative Lösungen sind hier einerseits das Recyclingpapier, aber andererseits auch solche aus Zellstoff. Beide bieten diverse Vorteile hinsichtlich Gewinnung und Herstellung, aber auch bei der Entsorgung und Wiederverwertung.
Recyclingpapier wird, wie der Name sagt, aus recyceltem Altpapier gewonnen. Das hat den Vorteil, dass für die Herstellung kein neues Holz genutzt werden muss. Bis zu 7-mal können die Papierfasern wiederverwendet werden, ehe sie zu kurz werden. Dabei kann das Papier durch die Verarbeitung die Ansprüche verschiedener Hygieneartikel erfüllen. Einziger, vernachlässigbarer Nachteil: Der Weißheitsgrad ist geringer.
Bei Papier aus Zellstoff handelt es sich hingegen um ein Produkt aus neu gewonnenen Holzfasern. Doch hierbei kommt ein großer Vorteil zum Tragen: Die Reststoffe und Nebenerzeugnisse der Herstellung können anderweitig verwendet werden. Es geht also nichts vom Holz verloren. Insbesondere die Produktion von Bioenergie ist hier ein wichtiger Punkt. Er macht gleichzeitig den großen Vorteil von Zellstoff aus – zusammen mit seinen vielfältigen Einsatzgebieten.
Einfluss der Verwendung auf die Papierhandtücher-Entsorgung
Kaum ein Hygiene-Produkt ist so vielseitig wie die Papierhandtücher. In erster Linie sind sie dafür konzipiert, sich im Büro, in Gemeinschaftssanitäranlagen oder in öffentlichen Einrichtungen nach dem Waschen die Hände abzutrocknen. Hierfür eignen sie sich insbesondere bei häufiger Nutzung in Form von Papierhandtuchrollen. Doch auch Falthandtücher sind eine gängige Alternative. Aber die Nützlichkeit geht darüber hinaus. Gerade in der Gastronomie beispielsweise kommt es oft vor, dass mal etwas verschüttet wird. Die schnelle Beseitigung des Missgeschicks ist hier wichtig. Dabei eignen sich einmal zu benutzende Tücher besser als mehrfach verwendbare Lappen, da sich in diesen Keime bilden können. Außerdem können Papierhandtücher auch in Form von Putz- und Küchenrollen eine große Hilfe sein.
All diese Einsatzzwecke stellen ähnliche Ansprüche an das Papier – bedingen aber eine unterschiedliche Entsorgung der Papierhandtücher. Da das Material die Flüssigkeiten, mit denen es in Kontakt kommt, aufsaugt und bindet, werden sie ein Teil davon. Entsprechend müssen sie auch berücksichtigt werden. Bestimmte Stoffe können beispielsweise nicht im haushaltsüblichen Müll entsorgt werden, sondern gehören in den Sondermüll.
Papierhandtücher richtig entsorgen
Am Ende der Lebensdauer eines Papierhandtuchs steht die Entsorgung. Hierbei gibt es allerdings einiges zu beachten. Der Name suggeriert, dass es ins Altpapier kann – doch gilt das noch, wenn es mit Flüssigkeiten getränkt ist? Wie sieht es aus, wenn es zum Abtrocknen der Hände genutzt wurde? Tatsächlich spielt hier die Zusammensetzung des Produkts eine große Rolle. Doch auch die Verwendung ist entscheidend, denn unterschiedliche Flüssigkeiten und Stoffe nehmen Einfluss auf die Zulässigkeit in der Mülltrennung.
Zellstoff- und Recyclingpapier: Papierhandtücher richtig entsorgen
Grundsätzlich ist beides dem Namen nach erstmal Papier. Entsprechend wäre der erste Gedanke, die Papierhandtuch-Entsorgung über das Altpapier zu erledigen. Doch hierbei handelt es sich um einen Irrtum. Denn Handtuchpapier jeder Art sind speziell hergestellte Produkte. Für die spätere Anwendung muss es einerseits saugfähig, andererseits reißfest sein. Das wird auch nassfest genannt. Um das zu erreichen, wird es speziell aufbereitet – der Vorgang verlängert aber die Zersetzung des Materials. Das verwirkt die Eignung der Materialien für das Recycling.
Stattdessen erfolgt bei Papierhandtüchern das Entsorgen typischerweise über den Restmüll. Hier können die meisten der aufgenommenen Flüssigkeiten ebenfalls bedenkenlos gelassen werden. Es handelt sich zugleich um die beste Lösung hinsichtlich der Hygiene. Alternativ ist es allerdings in kleinen Mengen auch zulässig, Handtuchpapier jeder Art in den Biomüll zu geben. Da auch hier die längere Dauer der Zersetzung eine Rolle spielt, sollten Sie nicht zu viel Papier hierüber entsorgen.
Chemikalien aufwischen: im Sondermüll Papierhandtücher entsorgen
Unter Umständen kann die Verwendung einen Unterschied machen, wenn es um das Papierhandtuch-Entsorgen geht. Kommen Handtuchpapiere beispielsweise in Laboren oder anderen Bereichen mit Chemikalien zum Einsatz, gilt eine gesonderte Entsorgungsregelung. In diesem Fall sind sie als Sondermüll zu behandeln, da die Chemikalien nicht in den regulären Kreislauf gelangen dürfen.
Ähnlich verhält es sich, wenn Sie die Handtücher zu Reinigungszwecken einsetzen. Hierbei gilt es zu überprüfen, ob sich Chemikalien im Reinigungsmittel befinden. Ist das der Fall, muss das Papierhandtuch für die Entsorgung ebenfalls in den Sondermüll. Verwenden Sie hingegen natürliche Produkte, können Sie sie wie gehabt im Restmüll entsorgen.


