Ein Überblick über den Müllbeutel-Dschungel
Müllbeutel gibt es in den verschiedensten Varianten. Das Spektrum reicht von der Größe beziehungsweise dem Volumen, über das Material, bis hin zur Farbe. Dabei handelt es sich nicht um Willkür, sondern es steckt ein System dahinter, das von der jeweiligen Region abhängt. In erster Linie sorgt die Farbgebung für eine einfache Hilfe, um die Mülltrennung zu visualisieren: gelbe Säcke für Kunststoff, schwarze Müllbeutel für Restmüll, blaue für große Abfälle oder Kleidung und Ähnliches. Die Farbe hat also eher einen organisatorischen Sinn und ist daher zweitrangig. Das Volumen und das Material sind die wichtigeren Kriterien.
Das Volumen als Richtwert zum Einsatz von Müllbeuteln
Die Größe von Müllbeuteln ist vielfältig. Sie reicht von 10 Liter für beispielsweise kleine Papierbehälter am Schreibtisch bis zu über 100 oder sogar 200 Liter für große Sammelbehälter. Hier findet dann allerdings ein Wechsel der Bezeichnung statt, um die Größenkategorien herauszustellen: Bis 70 Liter handelt es sich um Müllbeutel und alles, was darüber hinaus geht, sind Müllsäcke. Während Müllbeutel sich im haushaltsüblichen Bereich bewegen, sind die Müllsäcke insbesondere für größere Unternehmen geeignet. Deswegen gibt das Volumen einen ersten Richtwert, welcher Müllbeutel wofür am besten funktioniert.
Erhältlich sind sie in unterschiedlichen Abstufungen, sodass sie in Behälter mit verschiedenen Abmessungen passen. Hierbei ist jedoch wichtig zu berücksichtigen, dass das Volumen nicht die Passform macht. Lange, aber niedrige Behälter können dasselbe Volumen aufweisen wie schmale und hohe. Doch der klassische Müllbeutel passt in nur eine Variante. Achten Sie daher auf die konkreten Maßangaben zu Höhe, Breite und Tiefe beziehungsweise zum Durchmesser.
Das Material macht den Müllbeutel
In erster Linie bestehen Müllbeutel und -säcke aus Papier, Kunststoff oder Bio-Kunststoff. Papier und Bio-Kunststoff sind biologisch abbaubar und zersetzen sich mit der Zeit. Sie sind eine umweltfreundliche Alternative – aber bloß zur kurzzeitigen Nutzung geeignet. Anders ist das bei herkömmlichen Müllbeuteln aus Kunststoff. Das Material ist langlebig, robust und flexibel. Je nach Folienstärke ist es außerdem blickdicht und reißfest. Das macht es ideal für die längerfristige Lagerung und große Behälter, die eine Weile brauchen, bis sie gefüllt sind. Typischerweise kommt für die Herstellung Polyethylen (PE) zum Einsatz. Davon gibt es jedoch zwei Varianten: HDPE und LDPE.
HDPE steht für „High Density Polyethylen“. Es weist eine hohe Dichte sowie eine glatte, harte Oberfläche auf und widersteht verschiedenen Temperaturen. Erkennbar ist es durch das Knistern, wenn es bewegt wird. Typischerweise werden daraus die alltäglichen Müllbeutel für den normalen Behälter hergestellt. LDPE wiederum steht für „Low Density Polyethylen“. Es hat eine niedrigere Dichte, ist eher wachsartig und weichelastisch. Dadurch eignet es sich unter anderem für scharfkantige Abfälle.
Der zweite Aspekt bei insbesondere den Kunststofftüten ist die Materialstärke. Sie bestimmt, wie reißfest und blickdicht der Müllbeutel ist. Gerade für schwere Abfälle ist es wichtig, dass die Tüte robust ist, sodass sie den Transport problemlos meistert. Normalerweise ist die Stärke der Beutel in µ (auch My, gesprochen „mü“) angegeben. Sie beginnt bereits bei 5 µ und kann bis 80 µ und höher gehen. Der Standard liegt zwischen 45 und 60 µ – alles darüber ist stabiler, alles darunter weicher.
Verwendung der verschiedenen Müllbeutel

Dass Größe und Material variabel sind, hat natürlich seinen Grund: Jede Nutzung stellt andere Ansprüche an den Müllbeutel. Während im Privaten normalerweise kleinere Varianten ausreichen, benötigt der betriebliche Alltag oft die anderen Typen. Gastronomie, Industrie, Büros oder Krankenhäuser produzieren größere Abfallmengen, daher sind hier Müllbeutel mit mehr Volumen sinnvoll. Im Regelfall stehen dort geräumige Mülltonnen, die Sie gegen Verschmutzung und Geruch am besten mit 100- oder sogar 200-Liter-Müllsäcken auskleiden.
Wie bereits erwähnt, eignen sich Müllbeutel aus Papier oder Bio-Kunststoff nur für kurzzeitige Einsätze: In Behältern, die häufig geleert und die Tüten gewechselt werden. Da sie außerdem abbaubar sind, finden sie vor allem bei Bio-Abfällen, also der braunen Tonne, Verwendung. Für große Behälter, die länger brauchen, bis sie gefüllt sind, funktioniert die Alternative weniger gut. Unter Umständen verursacht sie mehr Probleme, als dass sie Gutes tut. Beispielsweise, weil der Beutel sich bereits zu zersetzen beginnt, noch ehe der Behälter voll ist. Dann erfüllt er seinen Zweck nicht, Verschmutzung zu vermeiden. Sinnvoller ist daher der Einsatz der PE-Müllbeutel.
Für den Fall, dass bei Ihnen häufiger schwere Abfälle entstehen, spielt die Materialstärke eine entscheidende Rolle. Die Standardwerte von um die 50 µ dienen dem normalen Gebrauch in Waschräumen, an Schreibtischen, in der Kantine und Ähnlichem. Doch bei höherem Gewicht laufen diese Varianten Gefahr, zu reißen. Deswegen sind hier Müllbeutel mit höherer Stärke erforderlich. Sie sind robuster und widerstandsfähig, sodass sie sich beispielsweise für Prozess- und Produktionsabfälle der Industrie eignen. Ab mindestens 60 µ halten sie Bauabfälle und dergleichen.
