Wie eine ordnungsgemäße Mülltrennung wirklich funktioniert

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Die fachgerechte Mülltrennung kann einen schon mal ins Grübeln bringen. Obwohl wir in Deutschland nun schon seit fast 40 Jahren eine effektive Mülltrennung zelebrieren, stellt die fachgemäße Entsorgung einiger Abfallprodukte für viele Bürger eine kleine Herausforderung dar. Klar ist mittlerweile wohl jedem, dass Zeitungen in das Altpapier gehören, Kartoffelschalen in die Biotonne und leere Plastikbecher in den gelben Sack, aber in einigen Fällen ist die Umsetzung der Mülltrennung doch wesentlich komplizierter – wir als Profi für Hygiene setzen uns aktiv für den Umweltschutz ein und klären im Folgenden für Sie die größten Missverständnisse und Unklarheiten der Mülltrennung auf.

Mülltrennung & Recycling sollten für jedermann oberste Priorität haben

Young girl sorting paper and cardboard isolated on white

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Auch wenn in Deutschland mittlerweile fast 60 Prozent der Müllberge recycelt werden, sollte im Zuge der Mülltrennung vor allem auch an die Müllvermeidung gedacht werden. So gibt es vielzählige Ansätze die persönliche Müllproduktion zu verringern, wie zum Beispiel durch die Benutzung von nachhaltigen Füllsystemen oder Stofftaschen. Um aber auch insgesamt und langfristig in Deutschland die Abfallmengen zu reduzieren, hat man in den 1990er Jahren den gelben Sack bzw. Tonne im Rahmen des Dualen Systems einführt. Somit können mittlerweile ungefähr 40 Prozent der anfallenden Kunststoffe recycelt werden und durch die Verwertung von Biomüll, Altglas, Altpapier und Elektroschrott sogar bis zu 60 Prozent des gesellschaftlichen Gesamtmülls. An die endgültige Abschaffung von umweltbelastenden Mülldeponien ist zwar leider noch nicht zu denken, aber die nachhaltige Müllverwertung, mithilfe von effektiven Sortieranlagen in den Abfallwirtschaftsbetrieben, ist bei sorgsamer Mülltrennung ein wahrhafter Zugewinn für unsere Umwelt.

Mülltrennung – was gehört wohin?

Grüner Punkt gleich Gelber Sack…

oder Tonne hieß es anfangs – doch seit 2009 muss der grüne Punkt nicht mehr aufgedruckt werden, was bei uns Endverbrauchern zu Verwirrung führen kann. Letztendlich gilt, dass alle Verpackungsmaterialien aus Kunststoff, Weißblech oder Alu bei einer ordnungsgemäßen Mülltrennung in den Gelben Sack fliegen sollten. Also Plastiktüten, Dosen, Plastikflaschen, Tetra-Packs, Joghurtbecher und Co dürfen rein, aber Dinge wie Alufolie oder kaputte Kunststoffeimer nicht, da diese eben nicht als Verpackung dienen. Für solche recyclebaren Gegenstände bieten allerdings viele Kommunen spezielle Wertstofftonnen an, sodass auch solche Gegenstände mit Ihrer Hilfe in den Recyclingkreislauf gelangen können. Übrigens macht es, aufgrund der Klimabilanz, keinen Sinn Joghurtbecher oder ähnliches auszuwaschen – löffelrein reicht vollkommen, allerdings sollten Sie immer die Alu-Deckel von Plastikbechern abtrennen. Auch wenn beides in den Gelben Sack gehört, erkennen die Sortieranlagen immer nur ein Material, womit Plastikbecher mit Aludeckel aussortiert werden.

In die Altpapiertonne sollten Sie…

weder Kassenbons, Post-Ist, Fahrkarten noch beschichtetes Backpapier schmeißen, da all dies aus Thermopapier besteht und somit nichts im Altpapier zu suchen hat. Wer eine umsichtige Mülltrennung anstrebt, wirft hier auch keine stark verschmutzten Servietten oder Pizzakartons hinein, sondern ausschließlich Zeitungen, Papierhandtücher, Kartons ohne Paketbänder, Briefumschläge ohne Sichtfenster, Eierkartons oder altes Briefpapier.

Verwirrung an den Glascontainern muss nicht sein…

wenn man weiß, dass der grüne Container für sämtliches Buntglas gedacht ist. Denn das Recycling von Grün-Glas verträgt farbliche Verunreinigungen im Gegensatz zu weißem und braunem Glas – eine einzig bunte Flasche kann eine Menge von 500 Kilogramm Weiß-Glas und Braun-Glas verfärben und somit unbrauchbar machen. Daher sollten Sie nicht dem Mythos glauben, dass sämtliche Glascontainer auf einem Haufen entsorgt werden, sondern sich bewusst machen, dass die farbenreine Mülltrennung bei Glas elementar wichtig für einen erfolgreichen Recyclingprozess ist. Übrigens gehören hier weder Spiegel noch Porzellan, Trinkgläser oder Fensterglas hin! Hier müssen Sie auch nicht unbedingt die Deckel, Etiketten oder Korken von den Gläsern und Flaschen entfernen, aber Sie dürfen natürlich gern und können zum Beispiel die Korken bei etwaigen Sammelstellen zur Wiederverwertung abgeben.

Sondermüll vs. Restmülltonne

Leuchtträger, wie Energiesparlampen und LED-Lampen, müssen unbedingt gesondert entsorgt werden, da erstere giftiges Quecksilber und LED-Lampen elektronische Bauteile enthalten. Würden diese generell mit dem Restmüll verbrannt werden, können Sie sich das Szenario selbst ausmalen. Daher stehen extra für die sachgemäße Mülltrennung in Drogerien und Supermärkten Sammelboxen für kaputte Lampen oder alte Batterien bereit. Lediglich Glühbirnen und Halogenlampen dürfen Sie bedenkenlos in Ihre Restmülltonne werden, da diese nur Spuren der o.g. Wertstoffe besitzen.

Medikamente, die abgelaufen sind oder nicht mehr benötigt werden, sollten Sie niemals in den Müllbeutel, die Toilette oder einem anderen Abfluss hinunterspülen. Rückstände von Arzneimitteln können so in der Natur landen und sowohl Mensch als auch Umwelt schaden. Auch Medikamente kann man bei vielen Apotheken oder bei Schadstoffsammelstellen von Entsorgungsunternehmen abgeben und somit für eine sachgerechte Mülltrennung sorgen.

Datenträger, wie Blue-Rays, DVDs oder CDs, machen die Mülltrennung fast ein wenig heikel. Denn sie bestehen aus dem hochwertigen Wertstoff Polycarbonat und gehören daher weder in die Restmülltonne noch in den gelben Sack, sondern zu gewerblichen, caritativen oder kommunalen Sammelstellen. So entsorgt können sie zu neuen Datenträgern verarbeitet werden – und keine Sorge, mit tiefem Einritzen der Oberseite machen Sie die darauf gespeicherten Daten unlesbar!

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