Hygienebelehrung

Eine Hygienebelehrung steht an? Das erwartet Sie

Als angehender Mitarbeiter in einem Lebensmittelbetrieb müssen Sie vor Beginn der ersten Schicht an einer Hygienebelehrung teilnehmen. Diese findet entweder im Gesundheitsamt oder bei einem befähigten Arzt statt. Nur die dort ausgestellte Bescheinigung ermächtigt Sie dazu, mit Lebensmitteln zu arbeiten und sie in Umlauf zu bringen.… Weiterlesen

Eine Hygienebelehrung steht an? Das erwartet Sie

Als angehender Mitarbeiter in einem Lebensmittelbetrieb müssen Sie vor Beginn der ersten Schicht an einer Hygienebelehrung teilnehmen. Diese findet entweder im Gesundheitsamt oder bei einem befähigten Arzt statt. Nur die dort ausgestellte Bescheinigung ermächtigt Sie dazu, mit Lebensmitteln zu arbeiten und sie in Umlauf zu bringen.

Zudem müssen Sie mit einer Unterschrift bezeugen, dass Sie über alle Hygienemaßnahmen aufgeklärt wurden und keine für diesen Beruf hinderlichen Krankheiten besitzen.

Auch während ihrer Laufbahn im Betrieb ist Ihr Auftraggeber gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens alle zwei Jahre eine Folgebelehrung durchzuführen. Diese dient einerseits der Auffrischung und andererseits der Aktualisierung der bestehenden Hygienevorschriften. Schließlich sammelt die Forschung auf diesem Gebiet laufend neue Erkenntnisse, die für Lebensmittelbetriebe und deren Arbeitsweise sehr relevant sind.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in einer längeren Karriere in einem solchen Beruf eine einzige Hygienebelehrung nicht ausreichen wird.

Was Sie auf einer solchen Hygienebelehrung erwartet und welchen Informationen besondere Bedeutung beiliegt, erfahren Sie hier.

Die grundsätzliche Vorgehensweise bei Hygienebelehrungen

Der Ablauf einer Hygienebelehrung unterscheidet sich zwar je nach Ort geringfügig, aber die Inhalte bleiben in ihrer Grundaussage ähnlich.

Hinzu kommen die Kosten, die im Gesundheitsamt zwischen 15 und 30 Euro variieren können. In einigen Fällen übernimmt der jeweilige Arbeitgeber diesen Betrag, er ist jedoch keinesfalls dazu verpflichtet. Schließlich ist die Bescheinigung, die Sie nach der Hygienebelehrung ausgehändigt bekommen, ein Leben lang gültig und damit auch für Sie eine gut angelegte Investition.

Sie müssen also, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz wechseln, zu keiner neuen Erstbelehrung antreten.

Üblicherweise erwartet Sie ein, durch eine visuelle Präsentation begleiteter Vortrag, welcher Sie über die geläufigen Hygienevorschriften Ihres zukünftigen Berufes aufklärt. Nicht selten wird das Ganze durch einen thematisch passenden Film veranschaulicht.

Die Dauer der Hygienebelehrung ist – wie viele andere Rahmenbedingungen auch – vom Gesundheitsamt oder Arzt abhängig. Im Durchschnitt können Sie jedoch mit 60 bis maximal 120 Minuten rechnen.

Die Inhalte einer Hygienebelehrung: Potenzielle Krankheiten

Hygienebelehrungen dienen hauptsächlich dem Zweck, die Lebensmittel, mit denen Sie später arbeiten, keimfrei und sauber zu halten, sodass dadurch keine ansteckenden Krankheiten verbreitet werden.

Daher ist es in einem solchen Betrieb besonders wichtig, dass Sie bei sich selbst auf potenzielle Symptome für Erkrankungen achten. Es geht dabei nicht nur um klassische Anzeichen einer Krankheit wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber oder Durchfall, sondern auch um die Gelbfärbung der Augäpfel und der Haut, ungewöhnlich aussehende offene Stellen von Hauterkrankungen und überdurchschnittliche Erschöpfung. Alle diese Symptome sind Anzeichen für Krankheiten wie Cholera, Typhus, Paratyphus, Hepatitis A oder E oder akute infektiöse Gastroenteritis, welche in Ihrem neuen Beruf den größten Schaden anrichten können.

Wenn Sie offene Wunden haben, sind Sie außerdem dazu verpflichtet, Ihren Vorgesetzten dementsprechend zu informieren und ein wasserdichtes Pflaster zur sicheren Abdeckung zu nutzen.

Bei der Einschätzung von möglichen Krankheitssymptomen gilt es, lieber übermäßig vorsichtig, als fahrlässig zu agieren.

Selbst wenn Sie noch in einem Stadium der Krankheit sind, in der Sie ohne Probleme fähig wären, zu arbeiten, heißt das nicht, dass Sie tatsächlich zu Ihrer Schicht erscheinen sollten. Denn auch in den Anfängen einer Infektion können schon Keime verbreitet werden.

Wenn Sie erste Anzeichen einer der, in der Hygienebelehrung vorgestellten Symptome verspüren, sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, Ihren Vorgesetzten davon in Kenntnis zu setzen. Dieser wird Sie vermutlich zum Arzt schicken, welcher über die weiteren Schritte entscheiden und eine Diagnose aussprechen muss.

Dabei sollte er unbedingt darüber informiert werden, dass Sie in einem Lebensmittelbetrieb arbeiten. Schließlich ist in diesem Beruf höhere Vorsicht zu achten, als in anderen Branchen.

Je nachdem, was Ihnen der Arzt mitzuteilen hat, werden Sie entweder nach Hause geschickt, um sich auszukurieren oder Ihnen werden von Ihrem Chef Arbeiten vermittelt, bei denen Sie weder Lebensmittel, noch Bedarfsgegenstände berühren müssen.

Wenn es zu einer Krankschreibung kommt, sollten Sie vor der Wiederkehr in den Betrieb ausreichend Zeit in Anspruch nehmen, um wieder richtig gesund zu werden.

Bei all der Vorsicht brauchen Sie keine Angst zu haben, aufgrund einer hohen Erkrankungsrate gefeuert zu werden. Ihr Arbeitgeber ist sogar zu einer Lohnfortzahlung verpflichtet.

Wenn Sie das Aufkommen der, in der Hygienebelehrung aufgezählten Krankheitssymptome jedoch verschweigen, können sowohl Ihnen, als auch Ihrem Arbeitgeber eine strafrechtliche Verfolgung drohen. Das resultiert entweder in einer hohen Geldstrafe, einer Anklage oder sogar der Schließung des betroffenen Betriebes.

Die Inhalte einer Hygienebelehrung: Personalhygiene

Ein weiterer wichtiger Abschnitt der Hygienebelehrung ist die Aufklärung über die richtige Personalhygiene. Allen voran soll Ihnen das ordnungsgemäße Waschen und Desinfizieren Ihrer Hände beigebracht werden.

© racorn/123rf.com

Ihr Arbeitgeber wird bereits dafür gesorgt haben, dass der Betrieb mit Desinfektions- und Seifenspendern ausgestattet ist, sodass Sie sich nur noch um das Aneignen der richtigen, gründlichen Technik kümmern müssen, welche Ihnen in der Hygienebelehrung anschaulich gezeigt wird.

Wir empfehlen es außerdem, die Hände nach einem langen Arbeitstag mit einer Handlotion zu pflegen. In vielen Betrieben sind derartige Lotionspender bereits montiert, um die Sicherheit des Personals gewährleisten zu können. Schließlich ist der häufige Kontakt mit Desinfektionsmitteln in Ihrem Beruf zwar unumgänglich, aber auch sehr strapazierend für Ihre Haut.

Die Hygienebelehrung ist für Ihre spätere Arbeitsweise unglaublich wichtig und sollte daher mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Aufmerksamkeit besucht werden. Nehmen Sie sich eventuell einen Stift und einen Block für Notizen mit, um wichtige Informationen aufschreiben zu können.