Sauberkeit und Hygiene sind wichtige Werte, die einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zum Wohlfühlen leisten. Sei es in den eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz – Schmutz wirkt abstoßend auf die meisten Menschen. Daher ist es essenziell, die Räumlichkeiten regelmäßig zu reinigen. Doch es ist nicht damit getan, mit einem Lappen, ein bisschen Wasser und Seife die Oberflächen abzuwischen. Es gibt ein paar Grundlagen, an die es sich zu halten gilt. Daher haben wir hier das notwendige Basiswissen für eine Reinigung zusammengetragen.
Grundlage der Reinigung – der Schmutz
Bei Schmutz handelt es sich in erster Linie nur um Materialien, die sich am falschen Ort befinden. Dadurch bilden sie mit der Zeit einen Nährboden für Keime und andere Mikroorganismen, die gesundheitsschädlich sind. Gleichzeitig beeinträchtigt der Schmutz die Optik und kann die Oberfläche, auf der er sich befindet, schädigen. Das geschieht sowohl, indem grobe Partikel sie zerkratzen, aber auch, weil die Bestandteile sie chemisch angreifen. Allerdings ist Schmutz nicht gleich Schmutz und je nach Oberfläche reagieren die Komponenten anders miteinander. Daher ist es wichtig, sich ein Basiswissen zur Reinigung verschiedener Schmutztypen anzueignen.
Es gibt zwei Varianten, um Schmutz einzuteilen. Einerseits nach seiner Beschaffenheit und andererseits nach seiner chemischen Zusammensetzung. Hinsichtlich seiner Beschaffenheit kann er grob, wie beispielsweise Papierreste, fein wie Staub oder flüssig wie Öl oder Lösungsmittel sein. Bei der Zusammensetzung gibt es zum einen organischen Schmutz wie Fett, Eiweiß, Ruß oder Ähnliches. Auf der anderen Seite steht der mineralische oder anorganische Schmutz, zu dem Rost, Kalk und Urinstein gehören.
Es gibt im Grunde vier verschiedene Arten, wie diese Schmutztypen die Oberfläche angreifen. Lose aufliegender Schmutz beispielsweise ist schlichtweg eine optische Beeinträchtigung. Schwieriger wird es mit fixiertem Schmutz wie Fett, Kleberesten, Zucker und Ähnlichem. Sie verändern die Beschaffenheit des ursprünglichen Materials, haften daran und wirken unter Umständen darauf ein. Dann kommen noch Mikroorganismen hinzu, die für das Auge unsichtbar sind. Von ihnen geht die größte Gefahr aus. Zuletzt gibt es noch die mechanische Beschädigung, wenn grobe Partikel beispielsweise die Oberfläche zerkratzen.
Basiswissen der Reinigung – die Utensilien
Um den Schmutz zu entfernen, sind verschiedene Utensilien zur Reinigung notwendig. Dazu gehören für die jeweilige Oberfläche geeignete Wischlappen. Mikrofaser beispielsweise ist hervorragend für losen Staub geeignet, neigt aber bei feinporigen Oberflächen dazu, hängen zu bleiben. Bei sehr empfindlichen Materialien kann es auch zu feinsten Kratzern kommen. Das ist ein Problem, denn darin siedeln sich Mikroorganismen noch besser an. Eine Verunreinigung entsteht somit, ohne dass wir davon wissen.
Wichtiger als die Lappen sind beim Basiswissen zur Reinigung aber vor allem die Beschaffenheit von Wasser und Reinigungsmittel. Der ausschlaggebende Faktor ist hier der pH-Wert und auch in gewisser Weise der Härtegrad des Wassers. Dieser bestimmt, wie viele Salze im Wasser gelöst sind – je mehr, desto härter. Wird nicht ordentlich nachgewischt, kann hartes Wasser beim Trocknen unschöne Flecken hinterlassen. Beim pH-Wert erfolgt die Unterteilung in saure und basische Reiniger. Sie eignen sich jeweils für unterschiedliche Arten von Schmutz. So kann Säure beispielsweise mineralische und anorganische Ablagerungen bestens beseitigen. Bei organischem Schmutz hingegen sollten Sie zum alkalischen Reiniger greifen. Typische Beispiele für beide Typen sind:
Hinzu kommen spezielle Reiniger, die auf spezifische Situationen zugeschnitten sind. So sind Scheuermittel ideal, um fixiertem Schmutz zu Leibe zu rücken. Außerdem gibt es für jedes Material zugeschnittene Mittel, wie Glasreiniger, Leder- und Polsterreiniger oder Holzpflegemittel. Weiterhin braucht es in einigen Situationen zur Desinfektion geeignete Produkte, wenn sich viele Mikroorganismen ansammeln. So wird es auf allen Ebenen rein – denn Sauberkeit unterscheidet sich hinsichtlich der Intensität: optisch, bakteriologisch, physikalisch und chemisch sauber. Das bedeutet, dass:
- eine Oberfläche frei von sichtbarem Schmutz,
- frei von Mikroorganismen,
- unter dem Mikroskop rein oder
- frei von chemischen Verbindungen und Stoffen ist.
Grundlagen der Reinigung – richtig putzen
Nachdem die Fragen geklärt sind, was wir womit säubern, fehlt noch das Wie. Hierbei geht es um die Faktoren, die für eine gründliche Reinigung ausschlaggebend sind. Zusammengefasst werden sie im sogenannten Sinnerschen Kreis. Demnach gibt es vier Parameter, um richtig zu putzen: Temperatur, Chemie, Zeit und Mechanik. Sie werden in einem Kreis dargestellt, weil sie unmittelbar zusammenhängen – wird eins mehr, wird ein anderes automatisch verringert. Im Detail äußern sich diese Grundlagen der Reinigung wie folgt:
- Zeit beschreibt die Dauer der Einwirkung und der Bearbeitung. Eine Verlängerung der Einwirkzeit verringert nicht nur die Bearbeitungsdauer, sondern auch Mechanik und Chemie.
- Temperatur beeinflusst die Wirksamkeit von Reinigungsmitteln oder ist unterschiedlich gut für Schmutztypen geeignet. Eine Erhöhung kann also je nach Situation Chemie steigern oder senken – was wiederum unterschiedliche Folgen bei Mechanik und Zeit hat.
- Mechanik beschreibt den notwendigen Kraftaufwand, um Verschmutzungen zu lösen, und setzt sich aus Scheuerwirkung, Anpressdruck und Bewegungsfrequenz zusammen. Je besser Schmutz gelöst wurde, desto weniger Mechanik ist notwendig.
- Chemie steht für die Reinigungsmittel, die häufig den ausschlaggebenden Unterschied machen. Dabei ist meistens das Ziel, sie eher gering zu halten und viel über die anderen Faktoren zu lösen.
