Desinfektionsmittel für unterschiedliche Anwendungsbereiche

Ratgeber Desinfektion

Keime, Bakterien und Viren begegnen uns jeden Tag überall, sogar in uns tragen wir Millionen davon. Auf manche sind wir angewiesen für beispielsweise eine gut funktionierende Verdauung, auf manch andere kann man getrost verzichten – trotzdem sind sie da. Aber glücklicherweise gibt es Desinfektionsmittel aller Art, damit zumindest an den Orten, an denen so mancher Keim nichts verloren hat oder fatale Folgen hätte, unschädlich gemacht wird. In Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern oder Arztpraxen sowie in Bereichen, in denen mit Lebensmitteln gearbeitet wird, ist eine regelmäßige und lückenlose Desinfektion unverzichtbar. Mit einfachen, aber wirkungsvollen Hygienemaßnahmen kann die Übertragungskette von Bakterien und Viren effektiv unterbrochen werden.

Was ist Desinfektion?

Desinfektion ist eine Hygienemaßnahme, bei der Krankheitserreger auf Oberflächen abgetötet bzw. inaktiviert werden und dadurch die Gefahr einer Infektion deutlich reduziert und bestenfalls nicht mehr wahrscheinlich ist. Wird umfassend und sorgfältig desinfiziert, ist dies eine äußerst wirksame Präventivmaßnahme gegen eine ganze Reihe von Krankheiten, die durch reine Hygienemaßnahmen vermeidbar sind. Bei der Reinigung wird sichtbarer Schmutz sowie nicht sichtbares organisches Material beseitigt, um das Wachstum von Mikroorganismen zu verhindern. Im Gegensatz dazu werden bei der Desinfektion Krankheitserreger inaktiviert oder abgetötet. Nach einer gründlichen Reinigung liegt die Keimreduktion bei bis zu 90%, bei der Desinfektion liegt die Rate bei mehr als 99,999% und damit bei fast vollständiger Reinheit. Dem Auge nach sauber heißt also noch lange nicht, dass etwas keimfrei ist. Chemische Desinfektionsmittel zerstören die Zellwände, insofern fachgerecht vorgegangen wird. Nur dann ist eine Oberfläche weitestgehend keimfrei.

Blanc Hygienic Solutions hat für eine fachgerechte Reinigung und Desinfektion alle passenden Produkte parat. Für die ausgiebige Reinigung vor dem Auftragen der Desinfektionslösung helfen Hautreiniger und Handreiniger, die sanft zur Haut sind. Dank spezieller Seifenspender mit Sensormodus wird die Seife berührungslos ausgegeben. Je geringer die Anzahl der Berührungskontakte, desto geringer ist auch die Chance, dass sich Keime verbreiten können – zumindest all die Keime, die via Kontaktinfektion übertragen werden. Gleiches gilt auch für Abfalleimer, die am besten mit einem Tretpedal versehen sind, offen sind oder einen Schwingdeckel haben.

Warum desinfizieren?

Die Desinfektion dient im Grunde dazu, die Verbreitung von Keimen, Bakterien, Sporen und Viren zu unterbinden. So wird die Ausbreitung von Krankheiten verhindert, was im Falle eines Krankenhauses beispielsweise enorm wichtig ist, da die Patienten sowieso schon ein geschwächtes Immunsystem haben, bei dem Erreger leichteres Spiel haben als bei gesunden Personen. Ein Feind der Lebensmittelindustrie sind Erreger, die Magen-Darminfektionen auslösen, besonders tückisch sind Noroviren, da diese sehr schnell zuschlagen. Von daher gilt hier ebenfalls beständige und sorgfältige Desinfektion. Dazu müssen alle Stellen desinfiziert werden, die von Kunden und Gästen nach einem Toilettengang angefasst werden – also Türklinken, Abfalleimer, Spültasten, Lichtschalter, Wasserhähne, etc. Auch alle Mitarbeiter sollten darauf achten, regelmäßig die Hände mit einer Handdesinfektion einzureiben und beim Arbeiten mit frischen Lebensmitteln zusätzlich Einweghandschuhe zu tragen.

Desinfektionsmittel sind allerdings keine Wundermittel, denn die Wirkstoffe können nicht zwischen guten und bösen Mikroorganismenunterscheiden. Es ist also keine Lösung, alles und überall zu desinfizieren, da sonst beispielsweise lebenswichtige und sinnvolle Bakterien ebenfalls zerstört werden. Desinfizieren also nur dort, wo es wirklich notwendig ist (Krankenhäuser, öffentliche Toiletten, Lebensmittelindustrie, …). Ein negativer Effekt von zu viel Desinfektion kann nämlich eine eingeschränkte Immunantwort des eigenen Körpers zur Folge haben. Insbesondere, wenn Babys und Kleinkinder während ihrer Weltentdecker-Phase ihr Immunsystem durch diverse Keime nicht aufbauen und trainieren können. Die körpereigenen Abwehrzellen bilden sich nicht oder werden quasi arbeitslos und reduzieren dadurch ihre Zahl. Das wiederum macht es Krankheitserregern deutlich einfacher, in den Körper zu dringen und Krankheiten auszulösen.

Wirkungsspektrum von Desinfektionsmitteln

Mancher mag denken, ein Desinfektionsmittel wirkt effektiv gegen alles und ist universell anwendbar. Das ist jedoch nicht richtig. Wie auch Reinigungsmittel, haben verschiedene Desinfektionsmittel unterschiedliche Wirkungsspektren. Die konkreten Angaben finden Sie auf den Etiketten der gewählten Mittel.

Es gibt insgesamt neun Wirkungsspektren:

  • Bakterizide wirken gegen vegetative, also lebende, Bakterien. Das sind beispielsweise Meningokokken oder Salmonellen.
  • Tuberkulozide richten sich ausschließlich gegen Tuberkulose-Erreger.
  • Mykobakterizide inaktivieren Mykobakterien, die wiederum Tuberkulose verursachen können.
  • Sporizide richten sich gegen die Sporen von Bakterien, also gegen die sehr widerstandfähigen Dauerformen bestimmter Bakterienarten, und bringt den Stoffwechsel der Sporen zum Erliegen.
  • Levurozide helfen gegen Hefepilze.
  • Fungizide zerstören Pilze.

Dann gibt es noch Desinfektionsmittel die viruzid wirken, insgesamt gibt es hier drei Abstufungen.

  • Begrenzt viruzide Mittel zerstören behüllte Viren wie Hepatitis-B- oder C-Viren.
  • Mittel mit begrenzt viruzid PLUS Wirkungsspektrum inaktivieren behüllte Viren sowie unbehüllte Adeno-, Noro- und Rotaviren.
  • Die umfangreichste Wirkung gegen Viren hat die viruzide Desinfektion, die gegen alle Viren hilft.

Sie sehen, es ist wichtig, den genauen Anwendungs- und Wirkungsbereich zu kennen, um zum richtigen Desinfektionsmittel mit der höchstmöglichen Effizienz zu greifen. Wichtig bei der Wahl ist es, nur auf Produkte zu setzen, die in den folgenden vier offiziellen Listungen auftauchen. Nur so kann die Wirkung gewährleistet werden:

VAH-Liste: Hier werden Produkte aufgelistet, die für die routinemäßige Desinfektion geeignet sind. Auf der vom Robert-Koch-Institut herausgegebenen RKI-Liste befinden sich Mittel, die bei Seuchenausbruch die Erreger und die Verbreitung eindämmen. Die IHO-Viruzide-Liste nennt Desinfektionsmittel gegen verschiedene Viren. Die IHO-Desinfektionsmittelliste für die Lebensmittelherstellung dagegen ist auf die einzusetzenden Lösungen und Konzentrate rund um Lebensmittel konzentriert.

Welchen Erregern wird vorgebeugt?

Im vorherigen Abschnitt wurde bereits die Wirkungsweise der verschiedenen Mittel genannt. Insgesamt gibt es eine ganze Reihe von Erregern mitsamt ihrer verschiedenen Stämme: Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Vorweg: Nicht alle dieser Erreger machen krank, es kommt immer auf den Stamm und die Immunantwort des betroffenen Körpers an.

Grundregeln der Desinfektion

Für eine wirkungsvolle Desinfektion gilt immer: lückenlos arbeiten. Werden Hygienemaßnahmen halbherzig und unsachgemäß durchgeführt, ist der Schutz im besten Falle gering, im schlimmsten Falle nicht vorhanden. Wird eine Fläche nur teilweise desinfiziert, verbreiten sich von den nicht desinfizierten Bereichen die Keime schnell wieder überall hin. Es ist also unverzichtbar, die Grundregeln der Desinfektion zu verinnerlichen, insbesondere Mitarbeiter in Lebensmittel- und Gesundheitseinrichtungen sowie in Reinigungsunternehmen. Doch auch für jede Privatperson ist es sinnvoll zu wissen, wie man richtig desinfiziert. So werden nicht nur Mitarbeiter, Patienten und Gäste geschützt, sondern auch Familienmitglieder und Freunde. Insbesondere in der Grippesaison vollbringt die richtige Hygiene Wunder.

Im Großen und Ganzen gibt es drei Schritte zur wirksamen und vollumfänglichen Desinfektion:

  1. Richtige Dosierung je nach Desinfektionsprodukt
  2. Oberfläche vollständig benetzen
  3. Ausreichend einwirken lassen

Warum das so wichtig ist? Bei einer Unterdosierung oder zu kurzen Einwirkzeiten können Keime resistenter werden und als Ergebnis immer hartnäckiger zu entfernen sein. Ist die Dosierung des Konzentrats zu hoch, kann es passieren, dass auf den Oberflächen Schmierfilme zurückbleiben oder Materialien negativ auf die zu hohe Konzentration reagieren. Deswegen muss akribisch desinfiziert werden!

Die Dosierung

In Drogerien gibt es für Privatpersonen bereits gebrauchsfertig dosierte Desinfektionssprays oder -lösungen. Werden Desinfektionsmittel in großem Maßstab gebraucht, wird in der Regel auf Konzentrate gesetzt, die dann noch entsprechend der Anwendungsbereiche verdünnt werden müssen. Je kürzer die Einwirkzeit oder je effektiver die Desinfektion sein muss, desto höher sollte die Menge an Konzentrat im kalten (!) Wasser sein. Die genauen Angaben dazu stehen in der Regel auf den Produkten. So wird beispielsweise eine Desinfektionsflüssigkeit für Operationsinstrumente wesentlich hochkonzentrierter angesetzt als bei einer Wischdesinfektion für Böden.

Ausgiebig benetzen

Ist die Lösung entsprechend der Anwendung fertig dosiert, muss diese die zu desinfizierende Oberfläche vollständig benetzen. Instrumente in einem Desinfektionsbad müssen vollständig bedeckt sein, bei Hohlkörpern, also Schläuchen und ähnlichem, muss darauf geachtet werden, dass sie komplett mit der Lösung gefüllt sind und alle Luftblasen entwichen sind. Sind die Oberflächen stark verschmutzt, müssen diese zunächst gereinigt werden, damit das Desinfektionsmittel an alle Stellen gelangt. Dies ist gerade im Bereich Lebensmittel wichtig. Ist beispielsweise die Arbeitsfläche verkrustet oder verklebt, müssen diese Verschmutzungen entfernt werden, damit die Desinfektion wirkungsvoll ist. Bei der Händedesinfektion am besten aus speziellen Desinfektionsspendern das Mittel auf die trockenen Hände auftragen und einreiben.

Einwirkzeit beachten

Desinfizieren und direkt danach aufwischen ist wenig sinnvoll und hält lediglich den Schein von Keimfreiheit aufrecht. Neben der richtigen Dosierung ist nämlich auch die richtige Einwirkzeit essenziell, denn auch eine Desinfektionslösung benötigt eine gewisse Zeit, um die Keime und Erreger abzutöten oder zu inaktivieren. Dabei ist die Zeit für die optimale Einwirkung je nach Produkt und benötigtem Hygienegrad unterschiedlich. Erst mit Ablauf der optimalen Einwirkzeit sind über 99% der Bakterien, Pilze und Viren unschädlich gemacht. Ist die Einwirkzeit erreicht, können Oberflächen, Gerätschaften, etc. bei Bedarf mit Wasser in Trinkwasserqualität abgespült werden. Für Hände wird die Verwendung von Einmal-Papierhandtüchern empfohlen. Die entsprechenden Handtuchspender dazu finden Sie auch im Shop von Blanc Hygienic Solutions.

Weitere wichtige Regeln

Desinfektionsmittel sollten immer nur für den auf dem Etikett angegebenen Zweck verwendet werden, ansonsten kann es zu Materialbeeinträchtigungen oder -beschädigungen kommen. Desinfektionsmittel für Geräte und medizinische Instrumente enthalten bestimmte Korrosionshemmer, Händedesinfektionslösungen dagegen sind mit hautschonenden Inhaltsstoffen versetzt. Flächendesinfektionen sind je für bestimmte Materialien geeignet, können auf anderen Oberflächen allerdings Schaden anrichten.

Desinfektionsmittel dürfen weiterhin niemals mit Reinigungsmitteln vermischt werden, da sich die Komponenten beider Präparate in ihrer Wirkungsweise neutralisieren. Wer ein Desinfektionsmittel mit inkludierter Reinigungswirkung möchte, greift zu sogenannten Desinfektionsreinigern. Auch ein Blick auf das Etikett des Desinfektionsmittels kann Auskunft darüber gehen, ob und mit welchen Reinigungsverstärkern dieses Mittel verwendet werden kann. Werden Desinfektionsmittel gerade nicht benötigt, lagern Sie diese kühl, aber frostfrei. Vor dem Griff zur Lösung, achten Sie auch auf das Haltbarkeitsdatum, denn auch Desinfektionslösungen und -konzentrate haben ein Verfallsdatum, nach dem die Wirkung reduziert bis nicht mehr vorhanden ist. Zu guter Letzt müssen selbstverständlich auch die Utensilien, mit denen die Desinfektion aufgetragen bzw. nachgewischt wird, entsprechend gereinigt werden – Lappen, Wischmopps, etc. müssen bei 90°C oder 60°C plus Zusatzmittel gewaschen werden, damit diese nicht zur Keimquelle selbst werden.

Welche Arten der Desinfektion gibt es?

Mittlerweile sollte klar geworden sein, dass es nicht DAS eine Desinfektionsmittel gibt, sondern die Wahl sich nach der Anwendung und der Wirkungsweise richtet. Haut- und Händedesinfektion sind mit Hautschutzprodukten versetzt, damit die Haut nicht austrocknet. Des Weiteren gibt es Flächendesinfektionen für Böden oder Arbeitsflächen, sowie spezielle Desinfektionslösungen für Lebensmittel. Instrumenten-Desinfektionsmittel sind zusätzlich mit einem Korrosionsinhibitor kombiniert, um Rostbildung vorzubeugen. Die jeweiligen Anwendungsgebiete sind auf dem Etikett der Desinfektionslösung bzw. des -konzentrats vermerkt. Es ist sehr wichtig, sich an die Angaben, auch bezüglich Wirkungszeit und Dosierungsverhältnis, zu halten.

Konkrete Anwendungsbereiche

Anwendungsbereiche für diverse Desinfektionsmittel gibt es viele, allen voran fallen wohl Krankenhäuser, Arztpraxen sowie Restaurants und andere Lebensmittelbereiche ins Gewicht. Im häuslichen Gebrauch werden solche Mittel eher selten angewendet, da es dort auch nicht besonders wichtig im Vergleich zu den vorgenannten Bereichen ist. Gerade wenn Desinfektionsmittel in großem Stil verwendet werden, ist es sinnvoll, die Konzentrate in Kanistern zu kaufen und nach Bedarf in der richtigen Dosierung anzumischen. Anschließend werden diese Lösungen in entsprechende Hygienespender gefüllt.

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